Kulinarischer Rundgang durch die Region

Ein kleines Jubiläum feierte die Bauern AG Neißetal. Zum 5. Mal lud sie auf das Gut Neu Sacro zur Geschmacksmesse. Mehr als 30 regionale Produzenten folgten der Einladung. Neben vielen Stammgästen der Messe waren auch neue Aussteller neugierig, wie ihre Produkte beim Verbraucher ankommen. Selbst Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, lässt sich immer noch überraschen: „Wir haben seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern, die immer wieder neue Produkte auf den Markt bringen. Und besonders freut mich, daß kein Aussteller mit Billigwaren wirbt, sondern mit Qualität!“. Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut gestiegen. Die Geschmacksmesse hat inzwischen für die meisten Aussteller die gleiche Wertigkeit wie die „Grüne Woche“ in Berlin. „Von den Ausstellern in der Brandenburg-Halle bei der Grünen Woche ist die Hälfte hier in Neu Sacro vertreten!“, stellt Bernd Starick stolz fest.

In der Galerie über dem Restaurant, im ehemaligen Kuhstall und im Freigelände wurde die kulinarische Vielfalt der Lausitz angeboten. Zu den Stammgästen der Geschmacksmesse gehört die Confiserie „Felicitas“ aus Hornow. Auch Chefin Goedele Matthyssen, die gemeinsam mit ihrem Mann im SchokoLadenLand die süße Seite der Lausitz präsentiert, scheut nicht den Vergleich mit der „Grünen Woche“. Doch ein Aspekt ist ihr noch wichtiger: „Die Geschmacksmesse ist pure Regionalität! Man kann sich mit Gleichgesinnten aus der Region austauschen und vernetzen.“ Mit einer Schale voller Schoko-Talern besucht sie die anderen Aussteller, macht Werbung für ihr Unternehmen und lädt zu gemeinsamen Aktivitäten, z.B. dem Hornower Weihnachtsmarkt, ein. Und was viele nicht wissen: seit 4 Jahren lautet die Geschäftsadresse in Hornow „Schokoladenweg 1“. Wer möchte nicht dort heimisch sein?
Ab August präsentiert die Confiserie „Felictas“ eine neue Veranstaltungsreihe: „Schule in der Scheune“. In einer ausgebauten Scheune gibt es ein unterhaltsames Programm rund um die Schokolade, auch mit Vorträgen von Ernährungs- und Gesundheitsberatern.

Das hofeigene Restaurant zeigte Beispiele, wie zu verschiedenen Anlässen und Feierlichkeiten die Tische geschmackvoll und ungewöhnlich zugleich dekoriert werden könnten.

Innovative Neuigkeiten präsentiert die Landskron Braumanufaktur. Anläßlich des 150jährigen Jubiläums der Brauerei wurde ein Bier hergestellt, das 365 Tage gereift ist. Das Doppelbock-Bier hat eine angenehme Malzigkeit und paßt mit 8,9 % Alkoholgehalt gut zu Wildgerichten, empfiehlt Landskron-Vertriebsmitarbeiter Rüdiger Scheib. Und wer ein Geschenk oder Mitbringsel für die nächste Grillparty sucht, ist mit der neuen 2-Liter-Flasche bestens ausgerüstet. Die formschöne Flasche ist ein echter Hingucker. Wer lieber Likör mag, ist mit dem handgemachten Böckelbart Kräuterlikör bestens bedient. Viele Ingredenzien und das Kräuteraroma sorgen für ein mildes Geschmackserlebnis.

Auf eher gesundheitliche Aspekte legen andere Aussteller Wert. HEMP van WEIDEN e.K. aus Cottbus bietet Hanfprodukte an. Sämereien aus Hanf bilden gute und gesunde Zutaten fürs Essen, für Müsli oder Gebackenes und sind gut für die Knorpelbildung im Körper, für Haut und Haare. CBD-Öle helfen gegen Depressionen, Angstzustände, Parkinson und Krebserkrankungen. Und Proteine aus Hanf seien für Sportler empfehlenswert. „Es wird durch die Proteine Sauerstoff eingelagert, was gut für die Straffung von Muskeln und das Bindegewebe ist. Der Körper erhält einen richtigen Turboschub.“, erklärt Hemp van Weiden die Wirkung.
Auch das Land- und Forstwirtschaftsunternehmen Drevenstedt aus Kolkwitz schwört auf die gesundheitsfördernde Wirkung seiner Produkte. Das Unternehmen baut Aronia an und vertreibt im Direktmarketing Aronia-Liköre, -Säfte, -Seifen und -Weine. Aronia ist gut für die Versorgung des Körpers mit wichtigen Vitaminen und Mineralien und verfügt über Antioxidantien gegen freie Radikale im Körper.

HEMP van WEIDEN mit seinem Stand

Das Schweizer Familienunternehmen Just vertreibt im Direktvertrieb Heilkräuterprodukte in Form von Gelen, Salben, Bädern oder Ölen. Ilka Hönig präsentierte eine kleine Auswahl. Die beruhigende und schmerzlindernde Wirkung der Produkte helfe bei Erkältungen, Schmerzen, Hautproblemen und Neurodermitis.

Wer sich nach dem Rundgang stärken wollte, konnte sich meisterlich verwöhnen lassen. Der zweifache Deutsche Grill- und BBQ-Meister Sven Krökel war so etwas wie der Stargast unter den Ausstellern. Er nutzte die Geschmacksmesse, um an seinem Stand auch mit einigen Mythen aufzuräumen. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Meinung ist Grillen und Barbeque nicht dasselbe: „Die Temperatur macht den Unterschied! Beim BBQ wird mit 90°-160° C gearbeitet, erst bei höheren Temperaturen beginnt das Grillen.“, so der Profi. Der Vorteil ist, daß das Fleisch beim Barbeque viel saftiger bleibt. Doch man müsse viel Zeit mitbringen. Eine Weisheit lautet deshalb auch, „daß man zum BBQ einen Liegestuhl mit Bierflaschenhalter dabei haben sollte.“
Krökels persönliches Motto lautet eher „Heiß ist nicht genug!“. Um Meister zu werden, mußte er u.a. sieben verschiedene Gänge grillen. Dabei schwört er auf den guten alten Holzkohlengrill, der dem Grillgut das richtige Raucharoma gibt. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City (USA) grillte er im Thüringen-Haus der Olympiamannschaft in 2 Wochen rund 80.000 Würste und brachte den Amis ein wenig den Geschmack deutschen Kulturgutes bei. Auch bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin war Sven Krökel dabei. In Neu Sacro präsentierte er Pulled Beef (auseinander gezogenes, langsam gegrilltes Rindfleisch) und Porterhouse Steak (ein aus der kurzen Lende geschnittenes Rindersteak). Sorgen, daß die vorbereiteten Portionen nicht ausreichen, macht sich Sven Krökel keine. „Im Kühlhaus ist genügend eingelagert!“

Sven Krökel (links) mit Vorstand Bernd Starick
Goedele Matthyssen von der Confiserie „Felicitas“ verteilt Schokotaler an das Land- und Forstwirtschaftsunternehmen Drevenstedt aus Kolkwitz

 

Über Thori 125 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer, Fleischesser und Milchtrinker; wurde als Kind mehrmals geimpft, ohne jemals daran gestorben zu sein; mehrfacher Träger der roten Mai-Nelke und Teilnehmer am Betriebskantinenessen

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*