Hornoer feiern zünftig ihre traditionelle Fastnacht

Am zweiten Februar-Wochenende wurde im Forster Ortsteil Horno die traditionelle sorbisch/wendische Fastnacht gefeiert. Für die Organisation der Aktivitäten rund um die Fastnacht zeichnete der „Jugend Horno e.V.“ verantwortlich.

Der Brauch der sorbisch/wendischen Fastnacht (Zapust) gehört zu den ältesten Festen in der Lausitz. Mit der Fastnacht sollen nach alter Sitte der Winter verabschiedet und böse Geister und Dämonen vertrieben werden.

Los ging es am Samstag mit dem gemeinsamen Foto aller Paare in Trachtenkleidung. 14 Erwachsene – und 8 Kinderpaare nahmen in ihren typischen, mit bunten Stickereien verzierten Trachten vor dem „Hornoer Krug“ Aufstellung. „Jedes sorbisch besiedelte Dorf hat seine eigene Tracht“, verrät Lisa Naparty, die zusammen mit Niklas Guttke-Riese die Abläufe im Auge behält. Die Hornoer Tracht sei eher von den Oberlausitzer Trachten inspiriert und verfolgt ein festes Muster. Bei den Frauen muß die Farbe der umgebundenen Schleife zur Farbe des Rockes passen. Die Männer tragen schwarze Anzüge, dazu einen mit bunten Bändern verzierten Hut. „Je bunter, desto sorbischer und je schlichter, desto deutscher“ geben sich die Träger der Trachten stolz und selbstbewußt.

Die Alterspanne der Trachtenträger reicht bei den Hornoern von 2 Jahre für die Jüngsten bis Mitte 40 bei den Älteren. Im Gegensatz zu anderen Fastnachtsfeiern in den Lausitzer Dörfern gibt es in Horno keine strikte Trennung nach Kinder-, Männer – oder Frauenfastnacht. Alle feiern gemeinsam. Und so machen sich nach dem gemeinsamen Gruppenfoto die 22 Paare gemeinsam auf zum Trachtenumzug durch den Ort. Über die Dorfaue, der Trift und der Rosengasse ging es, flankiert von ein paar Schaulustigen, zurück zum „Hornoer Krug. Angeführt wurde der Umzug vom Hornoer Spielmannszug. Am Abend spielte im „Hornoer Krug“ die Band „Scarlett“ zum traditionellen Fastnachtstanz auf.

Am Sonntag wurde in Horno gezampert. Mit Lärm, Maskerade und Tanz gingen die Zamperleute in Begleitung der „Peitzer Stadtmusikanten“ von Gehöft zu Gehöft, um Speck, Eier oder Geld von den Bewohnern einzusammeln. Als Dankeschön gab es für die Hausherren ein Schnäpschen und eine Tanzeinlage. Der Tradition folgend werden die eingesammelten Eier in der darauffolgenden Woche zu Eierkuchenteig oder Eierlikör verarbeitet. Am kommenden Samstag werden nun im Vereinsraum im „Hornoer Krug“ beim gemeinsamen Eierkuchenessen die gesammelten Gaben verspeist.

Über Thori 125 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer, Fleischesser und Milchtrinker; wurde als Kind mehrmals geimpft, ohne jemals daran gestorben zu sein; mehrfacher Träger der roten Mai-Nelke und Teilnehmer am Betriebskantinenessen

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