Bunt wie der Herbst präsentierte sich der Rosengartensonntag

In eine Kreativ-Werkstatt verwandelte sich der Rosengarten am vergangenen Sonntag. „Rosenpark kreativ“ lautete das Motto des letzten Rosengartensonntags in diesem Jahr, eingebunden in die Aktivitäten zum 25jährigen Gründungsjubiläums des Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten Forst (Lausitz) 1913 e.V.

An den Wasserspielen gestalteten die Meisterfloristinnen Diana Sonntag und ihre Schwester Corina Krause aus Erika-Pflanzen, Hagebutten, Kastanien, Weinranken, wildem Hopfen und Zieräpfeln wunderschöne Gestecke, Tischdekorationen und Herbststräuße. Moderatorin Annette Schild entlockte den beiden Blumenkünstlerinnen viele Geheimtipps für den Hausgebrauch. Der eigenen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt, man könne sich ruhig etwas austoben bei der Gestaltung. „Man kann nichts falsch machen. Die Natur zeigt uns ja mit ihren Farben, dass alles zusammenpasst.“, machte Diana Sonntag den Zuschauern Mut und Lust.

Auch die Forster Rosenkönigin Laura I. wurde eingeladen, sich ihr persönliches Gesteck zu gestalten. „Ich wollte eigentlich Floristin werden.“, verriet sie ein bisher gut gehütetes Geheimnis. „Doch in meiner Stadt gab es dafür keine Ausbildungsmöglichkeit. Ich hätte auswärts, weg von der Heimat, die Ausbildung machen müssen, das wollte ich dann doch nicht.“

„Diana baut an“, stellte Annette Schild beim Betrachten fest, als an ein paar kurzen Blumenstängeln immer weitere Blüten und Zweige hinzugefügt wurden und daraus am Ende ein riesiger Blumenstrauß entstand. In den Arbeitspausen konnten sich die Besucher auch individuelle Tipps abholen. Spontan entschlossen sich Diana Sonntag und Corina Krause, nach der Mittagspause einen Workshop für die Besucher anzubieten. Unter fachkundiger Anleitung entstanden aus wenigen Zutaten farbenprächtige Dekorationen, die gegen einen geringen Obolus mit nach Hause genommen werden konnten.
Auch die während der Vorführungen entstandenen Sträuße und Gestecke wurden für einen guten Zweck zu Gunsten des Rosengartens verkauft. Die nicht verkauften Gebinde werden von Corina Krause in ihrem Berliner Blumengeschäft „Grüne Ecke“ verkauft.

Bei Anja Roscher im Weinhäuschen auf der anderen Seite der Besucherterrasse an den Wasserspielen durften die jüngsten Rosengarten-Besucher ihre Ideen umsetzen. Sie bastelten gemeinsam aus Kastanien, Tannenzapfen und Deko-Material kleine Figuren, Lesezeichen oder „Blütenelfen“. „Vormittag herrschte hier großer Andrang“ freute sich Anja Roscher über die Begeisterung der Kindern.

Vorwiegend Kinder waren es auch, die sich am Postkarten-Wettbewerb der Tourismus-Information beteiligten. Dort waren in den vergangenen Monaten kostenlose Postkarten mit Motiven der beiden Bademeusel erhältlich. Die Karten sollten aus dem fernen Urlaubsort zurück nach Forst geschickt werden. Von 40 ausgeteilten Karten wurden 19 zurückgesendet. „Es zeigte sich, dass am liebsten immer noch in Deutschland Urlaub gemacht wird.“, verriet Diana Priel von der Tourismus-Information. Die weiteste Karte kam aus Griechenland, auch Italien und überwiegend die Ostseeregion und der Schwarzwald waren unter den Absendeorten vertreten.
Laura I. zog die Siegerin: gewonnen hat die kleine Lotte, die mit ihrer Familie Urlaub an der Ostsee machte. Sie darf sich über ein Buch mit den Abenteuern der beiden Bademeusel sowie 2 Dauerkarten für die nächste Rosengartensaison freuen.

v.l.n.r.: Anja Roscher, Diana Sonntag, Annette Schild, Corina Krause, Laura I.

Zwei künstlerische Experimente gab es am Nachmittag im Besucherzentrum zu erleben. Der Berliner Maler und Kunsthistoriker Knut Helms malte live vor Publikum die Rosenkönigin. „Es ist eine neue Herausforderung und es ist spannend, einen lebendigen Menschen direkt vor Ort statt nach einem Foto zu malen.“, erklärte er während der Kunstaktion. Auch habe er keine Vorzeichnung angefertigt.
Ein Gemälde habe er bereits im Vorfeld anhand von Fotos der Rosenkönigin gemalt, welches noch nicht ganz vollendet in der Besucherhalle zu sehen war.

Fast zwei Stunden stand Laura I. geduldig und tapfer gegen die infolge des langen Still-Stehens langsam aufkommenden Beschwerden ankämpfend Modell. Das noch unfertige Ölgemälde wird vom Künstler in den nächsten Tagen fertig gestellt und später Teil einer Ausstellungsserie in verschiedenen Orten. Auch in Forst soll es zu sehen sein.
Musikalisch umrahmt wurde die Live-Malerei von der Cottbuser Sängerin Cornelia Schubert. Sie hat aus ihrem Portfolio an Liedern zum Thema Rose die schönsten Melodien ausgesucht und präsentierte eine Genre-Mix aus Arien, Chansons und Rock- und Pop-Klassikern. Inspiriert wurde Cornelia Schubert von der Ausstellung „Für Dich soll’s rote Rosen regnen“. Da sei ihr der Gedanke gekommen, wie es wäre, wenn ein Maler und eine Sängerin zusammenarbeiten würden. Sie habe daraufhin den Maler angeschrieben. Das Ergebnis der ersten Zusammenarbeit der beiden war nun im Besucherzentrum zu erleben.

Zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung zeigte sich Rosengartenleiter Stefan Palm. Es hätten zwar ruhig ein paar Besucher mehr sein können, insgesamt jedoch wurden die Angebote und Programmpunkte sehr gut angenommen. Auch die beteiligten Künstler und Floristinnen freuten sich über das Interesse an ihren Vorführungen.

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